Tutorial Täterberatung Häusliche Gewalt, Teil 7a - Experte Manuel Schwab: Häusliche Gewalt gefährdet Kinder!

Tutorial Täterberatung Häusliche Gewalt, Teil 7a

Experte Manuel Schwab: Häusliche Gewalt gefährdet Kinder!  

Häusliche Gewalt gefährdet Kinder. Immer! Das sagt Manuel Schwab, Sozialpädagoge am Beratungs- und Förderzentrum der Hirschbergschule in Rommerode (Werra-Meißner-Kreis) im Interview mit Ralf Ruhl. Er stellt die Folgen, auch die Spätfolgen, für die Kinder dar. Schule ist vor allem über aggressives oder verweigerndes Verhalten der Jungen und Mädchen mit Häuslicher Gewalt konfrontiert.

Die Kinder haben es nicht mitbekommen, die haben ja geschlafen, waren in einem anderen Zimmer? Das ist eine Legende, sagt Schwab. Die Spannungen zwischen den Eltern, die Lautstärke des Streits, die veränderte Stimmung bekommen sie immer mit. Und es hat Folgen: Ihre Welt bricht auseinander, sie können nicht mehr vertrauen.

Daraus resultieren erhöhte Krankheitsraten, schlechtere Schulleistungen, niedrigeres Selbstwertgefühl, schwieriges Bindungsverhalten und schlimmstenfalls soziale Isolation.

Das sollten Menschen, die von Häuslicher Gewalt in einer Familie erfahren, immer im Blick haben, wenn sie die Kinder ansprechen. Verlässlichkeit ist für Kinder in einer solchen Situation wesentlich. Deshalb sollten Erwachsene sich auch nie zum Geheimnisträger machen lassen, indem sie versprechen, es nicht weiterzuerzählen. Denn damit machen sie sich zum verlängerten Arm des Täters. Klarheit und Offenheit sind die Grundlagen für ein vertrauendes Gespräch.

Für Kinder, die Gewalt zwischen den Eltern erleben, fühlt es sich immer so an, als würden sie selbst geschlagen.